Schule fürs Leben

Gestern, als ich mich auf der Terrasse des Hotels Grand in Doksy gestärkt hatte, hörte ich zwangsläufig die Gespräche am Nachbartisch. Dort saßen 3 deutsche Touristen – Eltern mit ihrer erwachsenen Tochter. Sie überlegten, wie sie es schaffen würden, daß der Kellner Lukas mal ein Urlaubsfoto von Ihnen macht. Ergebnis: Die Tochter wurde zur Bar geschickt, mit dem Auftrag: „Du musst nur fragen, einfach nur fragen.“

LehrerDie Tochter zierte sich etwas aber mit den drängenden Worten der Eltern ging sie dann die paar Schritte zum Kellner und fragte ihn, ob er mal ein Foto machen könne. Sie erklärte ihm  (ich glaube mit sächsischem Dialekt), wo er drücken solle. Lukas hat sie trotzdem verstanden und bejahte den Wunsch. Die Tochter setzte sich wieder und das gewünschte Familienfoto wurde geschoßen. Die Tochter ging wieder zur Bar, bedankte sich artig bei Lukas und nahm wieder am elterlichen Tisch Platz. Darauf die Mutter: „Siehst Du, das war doch nicht soooo schlimm. Du musst Dich nuuuur trauen. Wir haben das früher auch immer sooo gemacht! Genau sooo muß man das machen!

Irgendwie tat mir die Tochter leid. Aus Rücksicht auf die arme Tochter habe ich nicht laut losgelacht, sondern hab mich grinsend in eine tschechische Zeitung pseudo-vertieft und so getan als hätte ich nix verstanden. :mrgreen:

2 Gedanken zu „Schule fürs Leben

  1. IM Manu

    Grüß dich Genosse Doksak,

    hast also noch nichts aus der alten Schule verlernt und dich bereits deiner neuen Umgebung angepasst.

  2. Doksák Artikelautor

    Genosse Doksák an IM Manu: ich kenne dich vorsichtshalber nicht. :mrgreen:

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