Spurensuche

Hallo Freunde!

Von Ende 1944 bis Mai 1945 wurde ich, damals zweieinhalb bis dreijährig (geb. am 24.4.42), zusammen mit meiner drei jahre älteren Schwester und meiner Mutter von Berlin aus nach Hirschberg, heute Doksy evakuiert. Wir wohnten damals, siehe anliegende Kleiderkarte, im „Schloss 183“. Ich war offensichtlich sehr beeindruckt von diesem Schloss (auch wenn ich jetzt so gut wie keine Erinnerungen mehr daran habe), denn ich habe später allen Verwandten erzählt, daß ich „in einem loss“ (Schloss) gewohnt hätte.

kleiderkarte.jpg

Jetzt, als reifer Mann werde ich von Kindern und Enkelkindern nach der Vergangenheit befragt und habe nunmehr selbst Interesse daran, diesen ersten Jahren meines Lebens nachzuspüren und gemeinsam mit meiner Frau nach Doksy zu fahren, um mir das Schloss anzusehen.
Können Sie mir sagen, was „Schloss 183“ heute bedeutet? Wie lautet jetzt die Adresse? Gibt es alte Fotos von dem Schloss?
Gibt es in Doksy und in der näheren Umgebung einen Wohnmobilstellplatz oder einen Campingplatz? Wir würden den Besuch in Doksy gern auch mit einem Urlaub verbinden wollen.

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Antwort
und verbleibe mit freundlichen Grüßen

J. E.

16 Gedanken zu „Spurensuche

  1. P.Angelus Waldstein

    Ich bin in Doksy/Hirschberg 1931 geboren und habe bis 1945 im Schloss gewohnt, das seit 1680 meiner Familie gehörte.
    Im Sommer 1943 wurden in meiner Heimatgegend einige Schlösser ganz oder teilweise vom Reichs-Sicherheits-Hauptamt in Berlin beschlagnahmt, einerseits zur Verlagerung von Akten aus dem bombenbedrohten Berlin, andrerseits zur Unterbringung von Familien höherer SS-Offiziere. In Hirschberg war beides der Fall. Meine Familie bewohnte nur mehr einen der drei Flügel des Schlosses, in den beiden anderen wohnten die Familien aus Berlin. Ich erinnere mich namentlich nur an eine Familie namens Buchheim, mit der ich Kontakt hatte, weil meine jüngste Schwester und Ingrid Buchheim in die gleiche Schulklasse gingen. Von allen Familien haben wir später niemehr etwas gehört. Es wird also die Familie E. entweder zu den genannten gehört haben oder vielleicht zu deren Bediensteten in der Küche oder sonstwo. Soviel fürs erste an Information.
    Ein Kennenlernen zwischen uns wäre recht erfreulich. Gruß P. Angelus

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    1. Klaus Fritsch

      😛 Lieber Pater Angelus, lieber Karl Albrecht Waldstein!
      Das Leben geht oft seltsame Wege, hier spricht Klaus, der Sohn Deiner Fritsch-Teta.
      Bin gerade auf die Anfrage von J. E. und deiner Antwort gestoßen.
      Es wäre wunderschön könnten wir Kontakt aufnehmen.
      Bin mit meinen 73 Jahren auch kein Jüngling mehr.
      Liebe Grüße
      Klaus Fritsch
      5071 Wals b .Salzburg
      Austrasse 53
      0043 (0)662 62990
      PS.
      Eine Kontaktadresse von J. E. konnte ich nicht finden!

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    2. Lutz Wtuel

      Meine Eltern haben Weihnachten 1945 im Schloss verbracht. Sie waren auf der Flucht aus Berlin. Es gibt noch Fotos von der Weihnachtsfeier. Mein Vater war Offizier im Reichssicherheitshauptamt. Meine Mutter hatte drei kleine Kinder und war schwanger. Ein Sohn ist später in Prag gestorben, mit 5 Jahren. Eine andere Familie im Schloss hiess Stier. Sie hatten auch viele Kinder.

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  2. Doksák

    die jetzige adresse lautet „Doksy 183“. das schloss beherbergt seit jahren eine landwirtschaftliche berufsschule und es finden dort neben unterricht auch abiturbälle statt. ich kenne das schloss auch teilweise von innen und ich denke, wenn man den unterricht nicht stört, kann sich jeder mal umsehen. ein altes fotos vom schloss ist hier: Foto

    in doksy gibt es 2 campingplätze, ich würde euch auf jeden fall das camp klucek empfehlen: Klucek
    wann wollt ihr denn kommen?

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  3. Roland

    Hallo nach Berlin,
    als ehemaliger Bürger (Jahrggang 1926) dere Gemeinde Hirschberg, OT
    Thammühl, habe ich schon einige Male meine ehemalige Heimat mit einem Reisemobil besucht. Allerdings bin ich vom Campingplatz Klucek
    wegen des Krachs -und weil die Bäume einen TV Empfang (Fußball WM)
    verhinderten- ausgerissen. Ich suchte mir einen privaten Stellplatz in Thammühl, wo mir ein tschechischer Hausbesitzer nicht nur das kostenfreie Stehen, sondern sogar Dusche und auch Frühstück anbot.
    Das war in einem Wohnhaus in der Nähe der Freilufthalle in der Nähe
    der Tennisanlage.
    Das Schloß- die Kinder des ehemaligen Besitzers Graf Waldstein waren meine Schulfreunde. Der Älteste der zahlreichen Kinder, Ernst lebt in
    Wien und feiert in Kürze seinen 86. Geburtstag, das am Rande- kann man nicht verfehlen, denn man fährt praktisch daran vorbei, wenn man einen Parkplatz in Hirschberg ansteuert.
    Wie Doksak sagt, kann man das Schloß besichtigen, zumindest ohne Probleme den großen Schloßgarten.
    Wenn Sie Fragen haben, dann schreiben Sie mich unter „ansorge-roland@t-online.de“ an.
    Schön, wenn man als Opa von den Enkeln über die eigene Kindheit befragt wird, zeugt das soch von familiären

    Antworten
  4. Roland

    Fortsetzung wegen eines Bedienfehlers im PC: zeugt das doch von familiären Interessen. Dazu habe ich auch meinem Enkel eine Botschaft
    geschrieben.
    Schön zu sehen, dass auch Pater Angelus (der jüngste Sohn, Karl-Albrecht) mitliest und mitschreibt. So bleiben wir auch in Kontakt.

    Eine Reise mit dem Wohnmobil lohnt sich bestimmt, denn allein die Landschaft rund um den Großteich -jetzt heißt er Machasee- ist es wert, sie aufzusuchen. Und das Badevergnügen komt dazu.
    Wenn sie im Sommer fahren, was empfehlenswert ist, dann treffen Sie Doksak -im Übrigen ein waschechter Sachse aus Dresden- an seinem
    Bratwurststand am Strand in Hirschberg. Allerdings ganz am Ende des
    Strandes. Dafür hat er Thüringer Röster!
    Auf Wiederlesen
    Roland Ansorge
    Bad Kissingen, 17.3.11

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  5. J. E.

    Na dann danken wir herzlich für die Antwort und die Hinweise. Wir hätten gar nicht damit gerechnet, Antworten zu bekommen.
    Wir sind noch nicht sicher ,wann wir kommen wollen, wahrscheinlich aber Ende Mai oder auch erst im Juli. Aber wir melden uns dann noch mal.
    Liebe Grüße
    J. E.

    Antworten
  6. J. E.

    Hallo P.Angelus.
    zunächst erst einmal vielen Dank für die Rückmeldung.
    Mein Vater war damals Hauptscharfführer, ich weiß nicht, ob damit auch die höheren SS-Offiziere gemeint sind, ich glaube eher nicht. Meine Schwester ist 1939 geboren. Ich schicke ein Foto von ihr (auf dem sie allerdings noch jünger ist) und meinen Eltern mit, sowie eines von mir, da kommt das Alter ungefähr hin.Vielleicht können Sie sich dann an uns erinnern? Auf jeden fall ist jetzt mein Interesse noch größer geworden und auch ich würde Sie gerne kennenlernen.
    Grüße aus der Berlin-Brandenburg
    J. E.
    eick1.jpg

    eick2.jpg

    Hallo Roland,
    ganz herzlichen dank für die schnelle Antwort und danke für den tollen Tipp für das stehen mit dem Wohnmobil. Meine Frau und ich werden diesen Sommer nutzen, um Doksy zu besuchen. Vielleicht könnten wir uns bei dieser Gelegenheit kennenlernen. Es würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße J. E.

    Antworten
  7. Roland

    Hallo J. E.,
    da hat sich Karl-Albrecht -Pater Angelus- richtig erinnert. Allerdings begann die „Führer“- Offiziere gab es bei der SS nicht- laufbahn erst mit
    dem Sturmführer. Der Hauptscharführer entsprach dem Hauptfeldwebel.
    Ich kenne mich da einigermaßen aus, denn mein Bruder ist als Angehöriger der Div. DAS REICH in Russland geblieben.
    Im Rahmen der KLV nahmen meine Eltern auch einen Berliner Jungen, in meinem Alter für einige Wochen bei uns auf. Das war im saukalten Winter
    1942. Wir hatten Kälteferien – als Schulersatz mußten wir schulseitig die „Glocke“ von Schiller auswendig lernen.
    Ich wünsche Euch einen schönen Aufenthalt in meiner alten Heimat.
    Roland

    Antworten
  8. J. E.

    Hallo Pater Angelus,
    Heute habe ich noch einmal mit meiner Schwester telefoniert, die drei Jahre älter ist als ich. An die Zeit in Hirschberg hat sie auch nur noch wenige Erinnerungen. Sie weiß nur noch, daß wir wohl gemeinsam mit unseren Eltern im Schloß gewohnt haben und mein Vater auch dort arbeitete, was auch immer….!Sie erzählte noch, daß sie häufig mit einer Köchin den Berg runter gelaufen ist, um auf dem Markt einzukaufen, was ihr wohl viel Spaß gemacht hat.
    Viele Grüße
    J. E.

    Antworten
  9. P. Angelus Waldstein

    Lieber J. E.,
    danke für die Nachricht! Ich kann mir vorstellen, dass Ihr Vater nach Hirschberg kommandiert wurde, um für die Wachmannschaft zuständig zu sein. Irgendwann 1944 wurde nämlich aus dem großen Saal, der den Familien zur Verfügung stand, ein Radio gestohlen, weshalb das Schloss von da an bewacht werden musste und man abends nur mit einem Losungswort in den Garten kam. Die Wächter waren arme Kerls aus baltischen Ländern, sog. Hiwis (Hilfswillige), die kaum deutsch konnten und rund ums Schloss Nachtwache schieben mussten, am Vormittag aber wieder abreisten, mit demselben Zug, mit dem ich in die Schule fuhr, als wir nur noch nachmittags Unterricht hatten.
    Gruß von P. Angelus

    Antworten
  10. Doksák

    ich finds wirklich sehr interessant, solche details zu erfahren und freue mich über die vielen kommentare! und ich weiss auch, dass es auch eine reihe an mitlesern gibt, die das genau so sehen.

    Antworten
  11. Heiko Rausch

    Hallo,
    ich bin neu hier.

    Meine Mutter und ihre Familie ist Anfang der 40er Jahre in Thammmühl aufgewachsen.

    Mein Opa hieß Nikolaus Müller. Kann man irgendwo herausfinden, wo er damals mit seiner Familie lebte? (Adresse)

    Viele Grüße

    Heiko Rausch

    Antworten
  12. Stefan Kaup

    Sehr geehrter Pater Angelus, meine Grosseltern Eduard und Anna Beutel mit ihren Kindern Anna und Gustel waren im Schloss in Hirschberg angestellt und nach der Flucht beim Graf Spee in Alme in Westfalen untergekommen…erinnern sie sich noch an sie? Inzwischen sind alle genannnten gestorben
    mfg Stefan Kaup

    Antworten

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