Im Hotel Bezdez (Stare Splavy) wird in den nächsten Tagen ein Friseursalon neu eröffnet. Die Fähigkeiten der jungen Inhaberin (Katka) haben Speedy und ich schon getestet und sind sehr zufrieden. Sie spricht auch etwas deutsch. Am Besten war die abschliessende Kopfmassage mit Menthol-Haarwasser, einfach irre entspannend und prickelnd. Die Preise sind niedrig. Schneiden nur ca. 3 bis 4 Euro. Mit Farbe sind´s ca. 12 Euro. Bei Damenfrisuren wirds bestimmt etwas teurer. Eine kleine Kinderspielecke wird auch vorbereitet. Aber das Beste ist, sie kommt auch nach Hause. Aber keine Hotelbesuche, das scheint Ihrem Ruf zu schaden.
Hinter dem Hotel Grand gibt es die Pizzeria “U Bile Labute” (Zum weissen Schwan). Hier trifft man in der Regel die einheimische Jugend an. Die Speisekarte bietet eine große Auswahl an Pizzen um die 100 Kronen (ca. 4 Euro). Die Geschmäcker sind unterschiedlich. Mir hat es dort jedenfalls geschmeckt, aber es gibt auch einige Kritiker. Vor 3 Jahren waren wir das erste Mal dort und einer von uns hatte eine Pizza Calzone bestellt, die üblicherweise ein gefüllte zusammengeklappte Pizza ist. Aber nicht in Doksy!
Pizza Calzone in Doksy
Gestern hab ich mal einen Test gemacht und tatsächlich: Die Doksy-Calzone (siehe Foto) hat auch nach 3 Jahren noch nichts mit einer echten Calzone zu tun. Wahrscheinlich ist es die einzigste Pizza Calzone der Welt, die keine ist… Aber woran liegt´s? Mangelnde Kenntnis der italienischen Küche oder fehlende Voraussetzungen, um die Calzone zusammenzuklappen? Geschmeckt hat es mir, aber vielleicht sollte man die Speiskarte ändern und dort schreiben “Pizza mit Calzonegeschmack”. Ich werde es Tom, dem Inhaber, das nächste Mal vorschlagen…
Die Pizzeria besteht aus 2 Gasträumen (Raucher und Nichtraucher), Billard ist kostenlos.
Pizzeria U Bile Labute
Valdstejnska 154
472 01 Doksy
Nur ca. 20 Motorrad Minuten von Doksy entfernt (zwischen Svitava und Velenice) befindet sich ein großes Höhlensystem, in welchem der tschechische Motorradclub “Pekelne Doly” (Teufelsgrube) zu Hause ist. Ich hatte schon viel darüber von Marko gehört, aber irgendwie hatte ich Berührungsängste mit der Bikerszene, da ich nun mal kein Biker bin und auch die Emotionen für Motorräder nicht teilen kann. Nach langen Überredungskünsten von Marko war es dann mal soweit und ich “wollte” mitfahren. Hinten auf dem Trike. Und das war einfach nur GEIL!!! Ich glaube, jetzt war ich mittlerweile schon 3x dort und Dank Markos Wohnwagen, der seit Jahren direkt neben der Höhle vergammelt steht, brauchte ich mir um eine Übernachtungsmöglichkeit keine Gedanken machen. Marko gehört offenbar zu den ersten Deutschen, die sich dem tschechischen Club angeschlossen hatten und hier schon Hausrecht haben. Und der Motorrad-Opa Hubert mit seinen 70 Lenzen vermutlich auch.
Marko mit seinem Trike
Ich habe den Eindruck, dass der familiengführte Club viele feste und lose Mitglieder hat, aber auch ebenso viele Ausflügler und Tagestouristen aus Deutschland, Tschechien oder Polen hierher kommen. Alles ist friedlich, absolut zwanglos und es gibt aus meiner Sicht keine Parallelen zu international agierenden Rocker- oder Bikerclubs. Hier kommen auch Familien mit Kindern her und machen Ausflüge in die Natur und in die Höhle.
Die Höhle ist ganzjährig geöffnet, außer montags und dienstags. In der Höhle gibt es 2 Bars, von denen eine ganzjährig in Betrieb ist und die andere nur bei großen Events geöffnet wird. Hier kann jeder Biker und auch ganz normale Besucher aus einem leckeren Imbiss- und Getränkeangebot wählen und es sich gemütlich machen. Ein großes Schnitzel mit Pommes und Bierchen sind für zuammen ca. 4,00 Euro unschlagbar. In der Höhle sind ganzjährig konstant ca. 12° Celsius, im Sommer kann man aber auch direkt davor unter schattigen Bäumen im Warmen sitzen. Sehen und gesehen werden kann hier draußen nicht schaden. Und das allerbeste ist, daß man mit seinem Motorrad, Trike, Quad usw. in die Höhle, direkt an der Bar vorbei bis zur gewünschten Couchecke fahren und dort sein Bike parken kann. Oder nur ne einfache Runde durch die Höhle fahren (mit aufgemalten Straßen und Kreisverkehr). Einfach vorne rein und hinten wieder raus.
Für diejenigen, die abends nicht mehr heimfahren wollen oder können, gibt´s reichlich und vor allem kostenlose Schlafmöglichkeiten (Matratzen und Couches) . Schlafsack mitbringen genügt und man kann direkt neben seinem Bike schlafen. Interessant ist dann auch die Akkustik in der Höhle, wenn nach großen Events ein paar hundert Leute neben ihren Motorrädern schnarchen.
Ich habe gestern in 6stündiger Kleinarbeit inklusive PC-Absturz ein Video zusammengeschnipselt, was vielleicht mehr rüber bringt, als dieser Beitrag und hoffe, dass das Video nicht von Youtube zensiert wird.
Die meisten Tschechen lieben Eishockey abgöttisch und deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, bis einige Stellen des zugefrorenen Machasees vom Schnee befreit wurden und kleine Eishockeyfelder entstanden. Auch frierende Eissegler sieht man hin und wieder, so wie es Roland noch aus seiner Zeit vor 1945 kannte (siehe Kommentar zum gestrigen Beitrag).
Wo man im Sommer bei Lifemusik ein Bierchen zischen kann, ist jetzt alles verlassen, verriegelt und verrammelt. Aber der Sommer 2010 kommt. Ganz bestimmt!
Blick über die vereiste und verschneite Bucht in Stare Splavy zum Sroubeny (Schraubenberg). Links: Der Überlauf des Stausees. Rechts: Dampferanlegestelle
Ich habe eine Mail von tschechischen Doksy-Ausflüglern mit interessanten Fotos aus dem Dezember 2008 bekommen. Die Fotos entstanden, als der See weitestgehend abgelassen war und die Dampfer trockene Füße bekamen. Sieht man ja nicht alle Tage. Dankeschön für die Fotos a dekujeme!
Beim Sichten der Fotos von den Zwönitzern habe ich tatsächlich ein Foto mit der ARD-Moderatorin Barbara Schmidt-Mattern entdeckt. Das Interview fand am 14.8.2009 in Doksy statt und es wird garantiert kein zweites Interview geben! Deswegen: Beitrag
Weitere Fotos vom 13. und 14.8.2009 (Camping Bily Kamen und Disco Bily Kamen) findet Ihr in der Galerie.
Die beiden Zwönitzer auf Zeitreise… Diesmal gings von Doksy mit dem Zug nach Mlada Boleslav ins Skoda-Museum. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich selbst noch nicht dort war. Scheinbar ist mein Interesse an der Marke nicht wirklich riesig, obwohl ich selbst so eine Knödelpfanne fahre (noch!).
Im Moment wird es ja doch wieder ein wenig wärmer. Vor 2 Tagen aber war der Machasee noch gefroren und eine Schneedecke breitete sich über die gesamte Fläche aus. Ich war am späten Nachmittag mal dort. Vielleicht waren deswegen noch keine Hockeyspieler zu sehen (also nicht weil “ich” dort war, sondern wegen Dunkelheit) oder das Eis trägt noch nicht so wie es soll. Ich vermute eher Letzteres und rate daher zu allergrößter Vorsicht! Betretet die Fläche lieber nicht. Ich bin nur mal ganz am Rand ein paar Meter gelaufen. Aber da hat es auch schon mal geknackt. Na wer weiß woran es lag. Also passt schön auf.
Seit dem letzten Freitag gibt es in Doksy die “Wildwochen” im Restaurant Bezdez, dessen Inhaber, Zdenek, mir schon letzte Woche die deutsche Speisekarte per Mail geschickt hatte (damit ich ganz viel Werbung mache) und ich endlich gestern abend die Gelegenheit hatte, es mir bei idealem Biergartenwetter (20°C) auf der kleinen Terrasse vor dem Restaurant gemütlich zu machen und mich für Rehmedaillons mit Vogelbeeren zu entscheiden, auch wenn ich bis gestern dachte, dass Vogelbeeren giftig sein sollen, hatte es trotzdem extrem lecker geschmeckt und ich lebe noch und das nächste Mal gibt es Känguru-Steak in Rumsauce mit Sauerkirschen.
Die Tage sind nun doch etwas wärmer geworden. Wer hätte noch daran geglaubt? Auch dieses Jahr hat wieder die Hawai Bar am Hauptstrand Doksy geöffnet. Die wo Dirk so gern Melonen-Cocktail mit und ohne Kernen trinkt. Ob es das dieses Jahr auch wieder gibt und in welcher Form ist noch nicht bekannt. Ihr werdet es herausfinden. Wir haben vor 2 Wochen nur das übliche Blonde gepichelt und gemütlich den Blick auf den See genossen.
Die aktuelle Speisekarte ist auch aufgestellt (siehe Foto).
v.o.n.u.: Pommes, Maiskolben, Hamburger, Überbackener Käse, Hühnchenfleich und Reis. Preise in Kronen
Weiter gehts äußerst kulinarisch! Unweit des Hotel Kamyk an der Lesni Ulice befindet sich das Internetcafe-Revolutionsmuseum Stahlhelmkneipe oder wie immer man diese Institution nennen mag.
Oft von Erzählungen diverser Gäste gehört, hatten wir es bis jetzt noch nicht geschafft, dort mal einzutauchen. Ich steh ja durchaus auch auf Urigkeit aber irgendwie, naja. Eins muß man allerdings lassen. Langweilig wird es dort drin nicht, da es allerhand interessante Dinge zu entdecken gibt. Zu den Austellungsstücken gehören unter anderem diverse Waffen aus dem 1. und 2. Weltkrieg, wie eine Replik einer MP40 Maschinenpistole der Wehrmacht, welche über dem Tresen an der Wand baumelt. Weiter gibts Bilder von Lenin oder dem ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Novotny. Wappen und zwei tschechische Uniformen sind auch zu sehen. Unterschiedlich große Granathülsen zieren die nähere Umgebung des Tresen.
Im hinteren Teil des Gebäudes, welches im Gastraumbereich eher der Betriebstkantine eines VEB (Volkseigener Betrieb) ähnelt, gibts HI TEC pur! Dort befinden sich rechterhand an der Wand aufgereit jede Menge PC´s. An der Tür wird angepriesen das Internet möglich ist. Wir hatten leider keine Zeit zum Testen. Wird schon stimmen.
In Mitten des Gastraumes baumeln an einer Leine jede Menge historische Stahlhelme. Tschechische, Russische und Deutsche konnten ausgemacht werden.
Ach ja, wir glauben, das hier das preiswerteste Bier in Doksy ausgeschenkt wird. Waren es 14 oder 16 Kronen? Na jedenfalls ist U20,-KC schon nicht einfach zu toppen. Welche Marke? Nicht mehr erinnerlich!