Misthaus Wirt Gustav Ginzel gestorben

Vor allem unter DDR-Bürgern und Reisenden in die CSSR bekannt, berühmt und berüchtigt, war der etwas kautzige, liebenswerte Gustav Ginzel (28.2.1931-28.11.2008) und sein berühmtes „Misthaus“ in Jizerka an der kleinen Iser, gelegen im gleichnamigen Gebirge. Wer selbst nicht dort war und mit Gustav Ginzel geplauscht hat, hat zumindest schon einmal von ihm oder seinem Haus gehört. Viele verrückte Dinge befanden sich darin, vor allem viele sonderbare Souveniers die Ginzel von verschiedenen Reisen mitgebracht hat. Am sonderbarsten ist aber sicher der berühmte Bach, den Gustav in sein Haus umleitete, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Ohne jeglichen Komfort, war es einfach nur eine „kostenlose“ urige und beliebte Absteige für Wanderer. In manchen Zeiten mit mehr als 100 nächtigenden Gästen am Tag.  Einfach nur Absteige? Nein es war viel mehr als das!

Das Misthaus und sein liebenswürdiger Wirt, werden sicher vielen in guter Erinnerung bleiben!

[mygal=misthaus]

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Gert für die Fotos aus dem Jahr ´97

32 Gedanken zu „Misthaus Wirt Gustav Ginzel gestorben

  1. Gert

    Gustav kannte ich noch aus den 70ern. waren damals mit Rucksack und Maultrommel unterwegs.

    Schade dass er so füh gestorben ist, so ein Unikum findet man nicht gleich wieder.

    Hoffe dass es mit dem Misthaus irgendwie weitergeht zum Andenken an Gustav, er hatte ja so viele Freunde und Tausende Gäste, die sich bestimmt immer gern an Ihn erinnern werden.

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  2. Ralf Bohnhardt

    Alter Freund, nun bist Du gestorben, wir konnten Dir nicht mal die letzte Ehre erweisen.
    Am 13. Dezember werde ich am Feuer vor Deinem Misthaus sitzen…

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  3. Dirk

    Hab den Wikipedia Artikel gelesen, wirklich interessant. Meine Eltern mal angerufen, die alles bewandert haben.. die haben dort schon Rast gemacht.

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  4. Walter Schelte

    Nach der politischen Wende habe ich als „Wessi“ in den „Neuen Bundesländern“ einige neue Freunde kennen gelernt. Von ihnen wurde ich im Februar 1991 für 2 Wochen mit in das Misthaus genommen. Ich lernte Gustav dort nicht nur als das bekannte Unikum kennen, nein Gustav war ein hoch intelligener Mensch, er bemühte sich nur recht erfolglos dies zu verstecken. Besonders überrascht war ich, als er mir bekannte, er sei ein glühender Verfechter der Lehre von Marx und Engels. Nachdem er meinen irritierten Gesichtsausdruck eine Weile genossen hatte, brachte er seinen, schon legendären, Spruch: „Marks im Portemonnaie und Engels im Bett“.

    Ich war anschließend noch 2x Mal zu Kurzbesuchen dort, das „neue Misthaus“ nach dem Brand habe ich allerdings nicht mehr besucht.

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  5. Gert

    Habe hier noch eine interessante Website gefunden von höchstwahrscheinlich sehr erfahrenen Misthaus- Besuchern bzw. Insidern :
    und zwar schaut doch mal nach wens interessiert unter ruessel.in-chemnitz.de

    Viele Grüße

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  6. Mathias F. Lillge

    Auch wenn wir eines Tages alle gehen müssen – Gustavs Tod hat mich sehr betrübt gemacht.
    Ich war Ende der Achziger und bis Mitte der Neunziger des Öfteren im Misthaus – wurde allerdings mit dem „Neuen Misthaus“ nach dem Brand nicht mehr so recht warm.
    Legendär war die Sylvesterfeier 1990/91 – mit weit über 100 Leuten…
    Ich erinnere mich noch an den Schreck, als ich einem Freund von der Höhe aus das Misthaus zeigen wollte -und das gab es nicht mehr.
    Meinen Kindern habe ich oft von Gustav erzählt – meine große Tochter (fast 18) hatte ihn noch selbst kennengelernt.
    Gustav wird in meiner Erinnerung und in Erzählungen weiterleben, die „gültig gemachten Karten“ gehören ab sofort zur Erbmasse – möge Gustav den Himmel „ordentlich aufmischen“…

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  7. Alexis Artikelautor

    Da bitten wir unsere Leser um eine Antwort. Wir hatten leider auch nicht die Gelegenheit Ihn kennen zu lernen. Haben aber sehr viel von Bekannten erzählt bekommen und gehört. War mal Anfang der 90 iger dort. Aber Gustav leider nicht zugegen.

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  8. Mathias F. Lillge

    Natürlich hat Gustav tschechisch gesprochen – neben einigen anderen Sprachen.
    Besonders interessant war, wenn die Miliz (Polizei) am Misthaus hielt – gerne hätte ich gewusst, mit welchen Geschicht´n Gustav die „Schandarmen“ eingewickelt hat.
    Legendär sind sein Erinnerungsvermögen, sein Personengedächtnis und seine Fähigekt, Abläufe zu rekonstruieren. In einem seiner zahlreichen Dia-Vorträge beschrieb er, wie er sich in der Wüste an den Verlust eines Messers erinnerte – und auch prompt wiederfand.

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  9. Wolfgang A. Ritter

    Ich war erst gestern in Jizerka, heute gucke ich ins Netz und was lese ich ? Gustav ist gestorben 🙁 🙁 🙁 in den 80 igern war ich sehr viel bei ihm, in den 90 igern nicht mehr so, weil ich wie viel im Westen von Deutschland lebte, heute lebe ich selber in Tschechien. So ist der Lauf der Zeit.
    Ich war damals auch schockiert, als das alte Misthaus nicht mehr existierte.
    Dann war ich im neuen, nur… es ist eben nicht das Alte!! Um wieder auf Gustav zu kommen, bei letzten Besuch dort, hat er mich nicht mehr erkannt, obwohl wir uns doch ganz gut kannten.

    MÖGE ES IM HIMMEL EIN LIZENZ-MISTHAUS GEBEN !! CHEF: GUSTAV

    Gustav, wir sehen uns, die anderen wirst Du auch wieder treffen.
    Früher oder später!!

    Wolfgang

    PS. Scheißetopf vom Klo im Winter ausgegraben, geleert.
    MfS Mitarbeiter enttarnt.
    Wir wollten nach einem DIA Vortrag in der Pyramide einen alten
    Holzbalken am Straßenrand auf den Schlitten laden, ging aber nicht,
    Gustav und ich waren zu schwach dafür.
    Für Gustav und euch eine Loknummer besorgt.
    Mit Gustav einen Weihnachtsbaum „geholt“ und an die Decke
    gehangen.
    Gustav vermisst, wenn ich da war, aber er nicht.
    Gibt’s die Heiratswütige noch ??
    Gustavs eingeweichte Socken unter dem Ofen aufgetaut.
    Gustav eine weiß/blaue Jacke geschenkt, kann sich wer erinnern ?

    Das sind nur einige bleibende Erinnerungen, die schönsten der Welt.

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  10. Alexis Artikelautor

    Danke Wolfgang für Deinen tollen Eintrag!

    @All: Vielen Dank für die vielen Einträge! Bestimmt kommen noch ein paar mehr dazu! Wir lassen es ab jetzt mehr oder weniger unkommentiert und wollen lieber Euch und Eure Erinnerungen sprechen lassen!

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  11. Gert

    Hallo, liebe Leute, mal ne Frage;

    Am Pfingstsonntag (31.5.2009) ist doch die Trauerfeier für Gustav Ginzel auf dem Bergsteigerfriedhof in Hruba Skala (deutsche Grabrede wird gehalten von Heinz Eggert, ehem sächs. Innenminister und zu DDR Zeiten Jugendpfarrer in Oybin).

    Ob Doksak oder Alexis mal in Erfahrung bringen könnten, ob irgendwelche bekannten Misthausinsider oder jemand von der Blog- Fangemeinde dort dabei ist oder vielleicht das Geschehen dort möglicherweise sogar filmt?

    Viele Grüße vom interessierten Blog-Leser Gert aus Zittau

    Antworten
  12. Alexis Artikelautor

    Hallo Gert. Ich glaube da können wir eher weniger helfen da uns die entsprechenden Kontakte fehlen. Dabei können wir leider nicht sein. Vielleicht meldet sich ja jemand hier im Blog und kann dann etwas berichten.

    Antworten
  13. jirka jansch

    Gleich nach der „sanften Revolution“ im Jahre 1990 hat der tschechische, in Berlin lebende Fotograf und Filmemacher Jirka Jansch zusammen mit dem tschechischen Regisseur Petr Slavik in eigener Produktion eine 45 minütige Dokumentation über Gustav und seine Iser gedreht. Dieser Film „WILLKOMMEN IM MISTHAUS!“ wurde bei vielen Dokumentarfilmfestivals gezeigt und schliesslich im Tschechischen Fernsehen gesendet. Sollten sie Interesse an diesem einzigartigem Dokumentarfilm haben, kontaktieren sie bitte den Autoren und Produzenten Jirka Jansch unter jansch@gmx.com

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  14. Doksák

    heute ist die trauerfeier, falls jemand einen interessanten link zu info- und bildmaterial des heutigen tages hat, dann kann er ihn vielleicht hier einstellen? vielen dank im voraus!

    Antworten
  15. Matthias Elstner

    Ich wusste das Gustav verstorben war und trauerte auch um ihn. Es war in den 90. Jahren ein Stück Freiheit. Gusatv und sein Misthaus. Das brachte ich auch meinen Sohn Jan bei und es war gut so.

    Meine Geschichte „Erlebte Wendezeit“, die auch vom Misthaus erzählt, findet ihr in meinen Buch „Meine kleine Welt“, ISBN Nummer: 3-86548-684-3, ein Buch der Frankfurter Verlagsgruppe August von Goethe.

    Gustav fing die Länder ein und brachte sie mit seinen Diavorträgen in sein Misthaus.
    Meine Frau und ich, wir schauten uns in den vergangenen zwanzig jahren die Welt ein wenig an. Es war Gustav, der uns das mit auf den Weg gab.

    Mit Zelt, Schlafsack und Auto bereisten wir Korsika, Sardinien, Sizilien, Italien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Slowakei, Tschechien, Polen, Österreich, Kroatien,
    Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Schweiz und unser Deutschland.

    Wir sahen soviel von der Welt, das es immer wieder interessant ist, darüber zu lesen.

    Unsere Reisen spiegelen sich auch in meinen Gedichte und Geschichten wieder.

    Ich habe auch noch jede Menge alter Fotos vom alten Misthaus und von Gustav.

    Viele Grüße von Matthias Elstner

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  16. Gundel

    In den 80-iger Jahren und auch nach der Wende waren wir öfters im Riesengebirge im Urlaub. Eine Wanderung zum Misthaus war jedes mal dabei. Ich habe noch die Wanderkarte mit all den Stempeln von Gustav – natürlich bevor das Misthaus brannte.
    heute las ich nun, dass er nicht mehr lebt, wußte aber, dass er in der Schweiz im Pflegeheim war.
    Ich erinnere mich noch gerne an die besuche bei Gustav.
    Liebe Grüße von Gundel

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  17. Pingback: Alles zu Goethes Iphigenie auf Tauris wie Analyse,Inhaltsangabe und vieles mehr.

  18. Matthias Elstner

    Hallo Misthäusler,

    ich war bis 1994 oft im Isergebirge mit meinem Sohn Jan im Winter zum Langlauf und wir übernachteten immer bei Gustav Ginzel.

    In meinen Buch „Meine kleine Welt“, ISBN: 3-865448-684-3, ein Buch der Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe schrieb ich unsere Erlebnisse vom Misthaus in einer Kurzgeschichte nieder.
    Bei Interesse, mein Buch gibt es bei http://www.weltbild.de zum Preis von 7,40 €.

    Viele Grüße von Matthias Elstner

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  19. Pingback: Der berühmte Misthaus-Wirt aus Jizerka im Isergebirge ist tot. | Blogwart Zonenklaus

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